
Am 14.01.2011 fand im Heiligenkreuzerhof in Wien die dritte und vorläufig letzte Bologna Veranstaltung der OeAD-GmbH für den Bereich der Kunstuniversitäten und künstlerischen Hochschulen statt. Das Bologna Forum wurde von der Nationalagentur Lebenslanges Lernen und der Bologna Servicestelle der OeAD-GmbH organisiert. Unterstützt wurde die Konzeption vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung sowie von Vertreter/innen unterschiedlicher Kunstuniversitäten.
Mit rund 50 Teilnehmer/innen war die Veranstaltung auch diesmal wieder sehr gut besucht. In der freundlichen und entspannten Atmosphäre des Heiligenkreuzerhofes wurden unter der Überschrift 'Improvisation im Regelwerk' Vor-, und Nachteile, Chancen und Gefahren des Bologna Prozesses für die Kunstuniversitäten und künstlerischen Hochschulen angeregt und offen diskutiert.
Rektor Gerald Bast von der Universität für angewandte Kunst Wien nahm gemeinsam mit Ernst Gesslbauer und David Baldinger (OeAD-GmbH) die Begrüßung vor.
Danach informierte Christine Perle vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung über die neuesten Ergebnisse des Maßnahmenpakets
Einen ersten Höhepunkt des Tages stellte die hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Thema 'Bolognastruktur und Kunst - Dynamisierung versus Entmündigung' dar. Von Bernhard Kernegger (Universität für angewandte Kunst) moderiert, diskutierten dabei Pascale de Groote (Artesis Hogeschool Antwerpen und AEC), Hans-Peter Schwarz (Gründungsrektor der Zürcher Hochschule der Künste), Gunter Damisch (Akademie der Bildenden Künste Wien) sowie Ángela Tröndle (Absolventin der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz) angeregt über den zum Teil problematischen Graben zwischen Bologna-Ansprüchen und Ideen und der Wirklichkeit an den Institutionen.
Die Diskussion bestätigte zum wiederholten Male, dass es nicht nur ein Bologna, sondern eine Vielzahl an individuellen Reformprozessen gibt. Bologna und die Künste, so war man sich einig, das ist bislang keine uneingeschränkte Erfolgsgeschichte - hat aber durchaus Potential zu einer solchen zu werden. Voraussetzung dafür ist es aber, den jeweiligen Disziplinen, mit ihren gewachsenen Traditionen und Eigenheiten, mit Verständnis, Offenheit und Bereitschaft zur Flexibilität gegenüberzutreten.
Zu den bisherigen Erfolgen zählt jedenfalls, dass sowohl Bewusstsein wie auch Diskussionen über Curriculargestaltung deutlich zugenommen haben. Qualitätssicherung hat nicht zuletzt durch Bologna verstärkt Impulse erhalten. Ebenso positiv zu vermerken ist, dass die europäische Kooperation eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Partnerschaften und gemeinsame Projekte fördern den europäischen Austausch und tragen so zu einer neuen Qualität der Studienpläne bei.
Der zweite Teil der Veranstaltung stand ganz im Zeichen der beiden Diskussionsforen zu Curriculargestaltung und Künstleridentitäten im Bolognakontext, in denen Raum für Diskussion geboten wurde.
Die sehr lebendigen Diskussionen in den Foren unterstrichen, dass weiterhin ein deutlicher Wunsch nach Dialog besteht und der interdisziplinäre Erfahrungsaustausch sehr geschätzt wird. Die Ergebnisse der Diskussionsforen sowie sämtliche weiteren Unterlagen zur Veranstaltung finden Sie unten.
Peter Seitz, Leiter der im BMWF für die Kunstuniversitäten zuständigen Abteilung, beschloss den Tag mit einer kurzen Reflektion der gesamten Veranstaltungsreihe. Er betonte dabei deren zentrale Funktion, die handelnden Akteur/innen zusammenzubringen und ihnen die Möglichkeit der Vernetzung einzuräumen.
Besonderer Dank gilt der Universität für angewandte Kunst für die Räumlichkeiten sowie dem Konservatorium Wien Privatuniversität für die Organisation des künstlerischen Rahmenprogramms mit Tanz und Musik.
Downloads
- Programm Bologna & Kunst 2011
- Zusammenfassung der Veranstaltung
- Beitrag Hans-Peter Schwarz
- Beitrag Pascale de Groote
- Beitrag Christine Perle
- Zusammenfassung Diskussionsforum 1
- Zusammenfassung Diskussionsforum 2
- Teilnehmerliste



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