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Programm für lebenslanges Lernen: Aufruf 2012
Tagung zu "New Skills for New Jobs"| 27. Juni 2012

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Wie stärken Bildungsprojekte individuelle Chancen am Arbeitsmarkt?






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Erasmus für alle

Am 23.11.2011 präsentierte die Europäische Kommission ihren Vorschlag für "Erasmus für alle", das neue Programm, das die derzeitigen EU-Programme für die allgemeine und berufliche Bildung, den Jugend- und den Sportbereich vereinen soll.

Die Programmdauer ist für 2014 - 2020 geplant und soll mit einer erheblichen Aufstockung der Mittel einhergehen, die für die Entwicklung von Kompetenzen und Fertigkeiten vorgesehen sind.

Mit den darin vorgesehenen Stipendien könnten EU-weit bis zu 5 Millionen Menschen – fast doppelt so viele wie bisher – einen Teil ihres Bildungswegs im Ausland absolvieren, darunter fast 3 Millionen Lernende in der Hochschul- und Berufsbildung.

Die Teilprogramme des jetzigen Programms für lebenslanges Lernen wie Erasmus, Comenius, Leonardo da Vinci und Grundtvig, die Bereiche Jugend und Sport sowie die internationalen Hochschulprogramme Erasmus Mundus, Tempus etc. sollen in das neue Dachprogramm integriert werden, ihre Namen sollen in dieser Form allerdings nicht mehr Verwendung finden. 

Für das auf sieben Jahre angelegte Programm "Erasmus für alle" soll nach Vorschlag der Kommission ein Gesamtbudget von 19 Mrd. Euro bereitgestellt werden. Die nun anstehenden Verhandlungen zwischen Rat und Europäischem Parlament werden voraussichtlich Ende 2012 zeigen, wie das Programm und sein Budget schließlich wirklich aussehen werden.

Das Programm wird drei zentrale Aktionstypen unterstützen:

1. Transnationale Bildungsmobilität
„Erasmus für alle“ soll es bis zu 5 Millionen Menschen aus allen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung ermöglichen, zum Lernen ins Ausland zu gehen. Dabei sollen nicht nur Europäerinnen und Europäer die Gelegenheit erhalten, an Hochschuleinrichtungen überall auf der Welt zu studieren oder zu lehren. Auch Studierende und Personal aus Drittländern werden verstärkt in Europa studieren, lernen und lehren können. Mit der Ausweitung des Programms über die EU-Grenzen hinaus soll die Attraktivität der europäischen Hochschulbildung steigen und zugleich die Entwicklung der Hochschulbildung in anderen Teilen der Welt gefördert werden.

2. Unterstützung für Partnerschaften und Kooperationen
Institutionelle Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen zur Förderung von Entwicklung und Umsetzung innovativer Verfahren im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit sowie der Beschäftigungsfähigkeit, Kreativität und des Unternehmergeists.

3. Unterstützung von politischen Maßnahmen
Unterstützung politischer Reformen in den Mitgliedstaaten und Zusammenarbeit mit Drittländern mit Schwerpunkt auf der Stärkung der Evidenzbasis zur Politikgestaltung und auf dem Austausch bewährter Verfahren. Unterstützt werden dabei die Umsetzung von EU-Transparenzinstrumenten, länderübergreifende Studien und besondere politische Strategien wie der Bologna-Prozess (Hochschulbildung) und der Kopenhagen-Prozess (berufliche Aus- und Weiterbildung).

Darüber hinaus soll „Erasmus für alle“ folgende neue Elemente enthalten:

4. Ein Garantieinstrument („Fazilität“) für Studiendarlehen: Dieses Instrument soll Masterstudierenden die Finanzierung eines Auslandsstudiums erleichtern und ihnen dabei helfen, die Fertigkeiten zu erwerben, die sie für wissensintensive Beschäftigungen benötigen.

5. Die Schaffung von 400 Wissensallianzen bzw. Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten. Bei den Wissensallianzen handelt es sich um weitreichende Partnerschaften zwischen Hochschuleinrichtungen und Unternehmen, mit denen über neue Lernangebote und neue Qualifikationen Kreativität, Innovation und Unternehmergeist gefördert werden sollen.

Zielgruppen

Das neue Programm steht allen Lernenden sowie Lehrkräften, Ausbilderinnen und Ausbildern in allen öffentlichen und privaten Einrichtungen offen, die in der allgemeinen und beruflichen Bildung, im Jugend- und im Sportbereich tätig sind. Das Programm wird außerdem in allen Sektoren nicht formale Lernerfahrungen und Tätigkeiten fördern.

Bei Kooperationsprojekten soll die Einbeziehung von Unternehmen als Partner für Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen künftig eine stärkere Rolle spielen.

Welche Länder können teilnehmen?

„Erasmus für alle“ steht allen EU-Mitgliedstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz, den EU-Beitrittskandidaten, die im Rahmen einer Heranführungsstrategie unterstützt werden, und anderen westlichen Balkanländern offen.

Ferner können Drittländer, hauptsächlich Nachbarschaftsländer, von den Aktionen profitieren, die auf die Förderung von Studien- und Berufsbildungsmöglichkeiten im Ausland bzw. von Jugendaktivitäten ausgerichtet sind.

Neues Programm versus Status quo

Das Hauptziel bleibt bestehen: Die Fertigkeiten der Menschen und ihre Beschäftigungsfähigkeit sollen verbessert, die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung unterstützt werden.

„Erasmus für alle“ wird ein Gesamtprogramm sein, das sieben bestehende Programme ersetzt:

  • das Programm für lebenslanges Lernen (Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius und Grundtvig)
  • Jugend in Aktion und
  • fünf internationale Kooperationsprogramme
    • Erasmus Mundus,
    • Tempus,
    • Alfa,
    • Edulink und
    • das Programm für die Zusammenarbeit mit industrialisierten Ländern).

Die zentralen Aktionen der bestehenden Programme werden jedoch fortgeführt (Lernmobilität, Kooperationsprojekte und Unterstützung politischer Reformen).

In den Bereichen, in denen die systemrelevante Wirkung am größten ist und es einen klaren EU-Mehrwert gibt, sollen die Tätigkeiten zudem ausgebaut werden.

Ferner enthält das Programm eine Reihe neuer Vorschläge, wie das Garantieinstrument für Studiendarlehen für Masterstudierende (Erasmus Master), die Wissensallianzen und die Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten. Die Auflegung eines Gesamtprogramms soll mit einfacheren Durchführungsvorschriften und Verfahren einhergehen, wodurch einer Fragmentierung oder Überschneidungen entgegengewirkt werden soll.

Facts and Figures LLP 2011 in Österreich

  • Pro Jahr werden rund 14.000 Mobilitäten und mehr als 500 Projekte gefördert
  • Dezentrale Fördermittel Euro 17,8 Mio.
  • Durchschnittlicher Jahresgesamtrückfluss 22 Mio.

Weitere Informationen der EK

Zur Presseaussendung der Nationalagentur Lebenslanges Lernen

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